Stillstehen gegen den Klimawandel - Der Landesaktionstag des FÖJ Schleswig-Holstein

Stillstehen gegen den Klimawandel

Der Landesaktionstag des FÖJ S-H war ein voller Erfolg


„Ihr müsst ganz schön Idealismus haben, um das hier durch zu stehen!“, staunte ein bärtiger, leicht ergrauter Mann in der Marktstraße von Husum. Er ist einer von vielen Besuchern, die am Samstag, den 05. Juli 2008, das Festival Heaven in Husum der Nordelbischen Kirche besuchten. Das FÖJ S-H machte sich die Jugendveranstaltung der Kirche für seine eigene Öffentlichkeitsarbeit zunutze. Denn wann hat man schon die Chance knapp 1000 Jugendliche mit dem FÖJ-Gedanken zu infizieren?

Der bärtige Mann hatte Recht. Idealismus ist das, was die 30 FÖJ-lerInnen, die beim LAT mithalfen, an den Tag legten. Über den Klimawandel wollen sie informieren und „den Besuchern und Teilnehmern von Heaven in Husum die möglichen Auswirkungen ihres klimaschädlichen Verhaltens so konkret wie möglich zeigen“, erklärte eine mitwirkende FÖJ-lerin.

Dieses Vorhaben ist den engagierten Ökis gelungen. Sieben Standbilder zeigten die möglichen Auswirkungen des menschenverursachten (anthropogenen) Treibhauseffekts: Ausweitung von Krankheiten, Anstieg des Meeresspiegels, Desertifikation (Wüstenbildung), steigende zahl von Klimaflüchtlingen, wachsende Anzahl von Naturkatastrophen, Erhitzung und Eiszeit sind die sieben Szenarien.

„In Deutschland wird im Jahr 2100 die Durchschnittstemperatur um drei bis sechs Grad Celsius gestiegen sein.“ Verkündete eine Infotafel, die vor dem Standbild „Erhitzung der Erde“ postiert war. Der in die Zukunft versetzte Darsteller macht einen erschöpften Eindruck. Selbst Sonnenhut, Fächer und die knappe Bekleidung helfen ihm nicht, die gleißende Hitze des Jahres 2100 zu ertragen.

Dem in die Zukunft gebeamten Darsteller des Standbildes „Eiszeit“ ergeht es kaum besser. Obwohl er mit dicker Winterjacke, Schneehose und warmen Fellstiefeln bekleidet ist, lässt sein leidender Gesichtsausdruck die bittere Kälte der Eiszeit erahnen.

20 Minuten stillhalten war angesagt, dann wurden die Darsteller ausgetauscht.

„Ziel dieser Aufmachung ist, mit den Passanten ins Gespräch zu kommen, weil sie von soviel Anschaulichkeit schockiert sind“, berichtete die FÖJ-lerin Franziska Jung. „Für diese Aufgabe sind die Klima-Erst-Helfer eingesetzt.“ Das sind FÖJ-lerInnen, die mit einer Krankenschwesternkappe und einem Bauchladen auf die Besucher zu gehen und ihnen Erste-Hilfe gegen den Klimawandel schenken. „Beim Standbild Erhitzung bekommen die Passanten Sonnencreme von uns. Bei der Eiszeit Taschentücher gegen den Schnupfen“, erklärte eine Klima-Erst-Helferin.

Nicht nur die Besucher sind von soviel Einfallsreichtum angetan. Auch die Mitwirkenden haben Spaß an der Sache und freuen sich über die positive Reaktion der Passanten.

Zusätzlich zur Hauptattraktion Standbilder hat das LAT-Team einen Kunstpavillon errichtet. Darin befinden sich Werke von FÖJ-lerInnen zum Thema Klimawandel. Ein Bild von Aline Sponholz stellt zum Beispiel die Biodiversität (Vielfalt der Arten) dar. Rosafarbene Mohnblütenblätter und Blütenblätter anderer Pflanzen klebte sie auf ein Blatt Papier. Zusammen bilden sie eine große, bunte Blüte, auf die Aline Sponholz Schmetterlinge aus Kunststoff mit farbenprächtigen Flügeln klebte. „Mit diesem Werk möchte ich darauf aufmerksam machen, dass aufgrund der globalen Erwärmung ein Schwund der Arten droht“, erklärte die Künstlerin. Alle 20 ausgestellten Bilder waren käuflich zu erwerben. Insgesamt wurden sechs Stück gegen eine Spende für das FÖJ verkauft.

Hannah Bahr bringt auf den Punkt, was allen Beteiligten durch den Kopf geht: „Es war ein super Landesaktionstag! Ich find es toll, dass wir letztendlich so viele waren und das alles so gut geklappt hat!“

Text: Alexandra Eicher

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